Nico’s Brisbane (05.04 – 10.04.)

Die erste Station in Australien heißt Brisbane. Hier bleiben wir die erste Woche und treffen unseren Studienfreund Nico. Die australische Einwanderer Metropole wird von einem Fluss geteilt, hat kostenlose Pools, Parks und einen tollen botanischen Garten. Wir übernachten in Hostels und erleben mal wieder wunderbare Gastfreundschaft über Couchsurfing.

Spät abends landen wir in Brisbane. Nico, ein Freund aus Studientagen, wartet bereits am Flughafen und bringt uns zu unserem Hostel. Zusammen genießen wir noch 1-2 Bier in der Hostelbar, kommen mit anderen deutschen Backpackern ins Gespräch und können sogar noch unsere restlichen Neuseelanddollar in australische Dollar tauschen. Bier wird in Australien und in Neuseeland hoch besteuert, also ist auch bald Schicht im Schacht. Müde fallen wir ins Bett und werden jäh geweckt vom Feueralarm, der unbedingt um 4 Uhr morgens getestet werden muss.

In der Innenstadt von Brisbane laufen Ibisse (witzige Vögel) im Park umher und am Himmel schreibt Jemand eine Liebesbotschaft mit einem kleinen Propellerflugzeug und reichlich Effektrauch. Tatsächlich finden wir hier eine kleine Bäckerei am anderen Ende der Welt die wirklich gutes, genießbares Brot verkauft; das ist wirklich etwas Besonderes.

Da unser Freund Nico in einer viel zu kleinen WG wohnt können wir nicht bei ihm bleiben und finden über Couchsurfing Robby und seine Freundin Salome. Sie sind gemeinsam aus Adelaide hier her gezogen und Robby lädt häufiger mal Couchsurfer zu sich nach hause ein. Salome empfängt uns nett und freundlich und hilft uns unsere neue australische Simkarte zu aktivieren. Aber wir haben das Gefühl, dass Couchsurfing vor allem ein Steckenpferd von Robby ist und Salome auch ohne regelmäßigen Besuch glücklich sein könnte.

Über Couchsurfing haben die Beiden auch Julia kennen gelernt, die mittlerweile als dauherafte Mitbewohnerin in der Wohnung lebt. Wir kaufen zusammen ein, kochen und Essen alle zusammen. Anschließend machen wir einen Spaziergang zum Brisbane Fluss. Wir sitzen auf einem kleinen Schwimmdock und werden gewarnt: Geht nicht zu nah ans Wasser, hier gibt es Bullenhaie. Die sind sehr agressiv und leben sowohl in Süß- als auch in Salzwasser.

Abends am Fluss sehen wir zum ersten mal die Australischen Riesenfledermäuse. Sie werden auch fliegende Füchse genannt und haben eine Spannweite von etwa 50-60 cm. Heute abend sehen wir nur ein paar davon, aber sie können in Kolonien von bis zu 500.000 Tieren leben.

Brisbane bietet sogar mehrere kostenlose Stadtführungen. Da wir lange ausschlafen verpassen wir die erste von Couchsurfing um 10 Uhr und schaffen es gerade rechtzeitig zur Stadtführung um 12 von der Touristeninformation. Die ist zunächst ganz interressant, aber zieht sich und gegen Ende verlieren wir wirklich das Interesse und setzen uns am Campus der Universität ab um in der Mensa zu Mittag zu essen.

Auf eigene Faust erkunden wir den Stadtpark und laufen entlang des Brisbane Flusses und bewundern die Skyline. Ein paar Junge Leute haben gerade einen Wels aus dem Fluss geholt.
Für den Abend hatte Julia über Groupon Karten für das Riesenrad in Brisbane gekauft und wir sind natürlich gerne dabei. Nach Sonnenuntergang ist sowohl das Riesenrad als auch der Park und auch viele der Hochhäuser rund um den Fluss schön erleuchtet. Nach dem Ausflug in luftige Höhe schließt sich auch Nico unserer Gruppe an und wir gehen direkt am Brisbane Fluss Südufer ein Bier trinken.

Am nächsten Tag haben wir endlich Zeit um uns mal ausführlich mit Nico zu unterhalten. Bei lecker Vegemite Pizza aus seinem Pizzabackofen erzählt er uns von seiner neuen Anstellung beim Internetgiganten Google und wir erfahren wie unverschämt die Universität Brisbane, ohne entsprechende rechtliche Grundlage, versucht die Verträge ihrer Angestellten zu verkürzen. Nicos Freundin ist Doktorandin an der Uni und man hat sie mit einem Vier Jahresvertrag nach Australien gelockt und nun sollen einfach ein viertel der zugesicherten Mittel gestrichen werden. Rechtssicherheit wie wir sie aus Deutschland gewohnt sind scheint in Australien nicht sehr verbreitet zu sein.

Nach Sonnenuntergang sitzen wir mit Nico, seiner Freundin und einem weiteren befreundeten Pärchen aus Deutschland im West End Park, trinken auf alte Zeiten und reden über gemeinsame Bekannte. Zufällig arbeitet Bene in der selben Arbeitsgruppe, zu der einige aus Janas Institut von der Uni Hamburg hingewechselt sind. Bene erzählt von der interessanten Forschung, die sie momentan machen und Jana findet den Gedanken vielleicht doch eine Doktorarbeit zu machen gar nicht mehr so abwegig.

Am Wochenende kommt Salomes Schwester vorbei, daher ziehen wir in das „Some Rooms“ (deut. „irgendwelche Räume“) Hostel. Hier ist alles etwas schäbig, aber wir haben ein Zimmer für uns von dem aus wir uns auf unseren Roadtrip nach Cairns vorbereiten können. Über die Webseite Transvercar.com organisieren wir uns ein Mietauto für 8 Tage zum Preis von 2 Tagen. Außerdem finden wir uns noch zwei junge Engländer als Mitfahrer mit denen wir uns die Spritkosten teilen. In der Küche treffen wir einige Leute die bereits ordentlich als „Work and Traveller“ gearbeitet haben u.a. auch ein Mädel dass drei Monate mit ihrem Boss und dem Koch eine riesige Kuhherde durchs australische Outback getrieben hat. Ein Knochenjob auf dem Pferd bei Temperaturen konstant über 30°C. Wir sind froh, dass wir nicht arbeiten müssen. Stattdessen fahren wir noch mit der Fähre den Brisbane Fluss rauf und runter, machen ein Fotoshooting von der nächtlichen Skyline und verbringen einen ganzen Tag damit den großzügigen botanischen Garten von Brisbane zu erkunden. Nachts kriegen wir noch zweimal niedlichen Besuch. Ein Opossum schleicht sich durch die offene Balkontür hinein. Wir überraschen und füttern es mit Weintrauben um es mal aus der Nähe betrachten zu können, ein wirklich possierliches Wesen mit ziemlich langen Krallen. Wir sind gespannt was uns auf unserem Roadtrip noch so alles begegnet, dem heißen Tipp vom Känguru-Strand in Toorbul werden wir mit Sicherheit nachgehen!