Roadtrip mit trockenem Humor (11.04.- 18.04.)

Wir fahren mit einem Mietauto die berühmte Ostküste von Australien hoch. Für 8 Tage begleitet uns ein englisches Pärchen vom Kängurustrand in Toorbul, über die Sonnenschein Küste bis hoch zum Great Barrier Riff in Cairns. Dabei sehen wir mit eigenen Augen, dass es in Australien manchmal nicht ganz ungefährlich ist.

Über die Internetseite transferecar.com.au haben wir spotbillig ein Auto bekommen und müssen es binnen 8 Tagen von Brisbane nach Cairns fahren. Damit es lustiger wird suchen wir uns noch Mitfahrer. Beim ersten Telefonat mit Chris und Scarlet hat Chris gerade eine Flasche Wodka geext, aber er und seine Freundin versprechen am nächsten Morgen bereit zur Abfahrt zu sein. Und tatsächlich tauchen sie auf, wenn auch etwas verkatert.
Unser 8tägiges Roadtrip Abenteuer in Australien beginnt. Mit Chris und Scarlet haben wir uns ein stilles, junges Pärchen aus England mit ins Auto geholt. Die Beiden erscheinen am Anfang etwas planlos und sind recht froh, dass wir uns schon Gedanken gemacht haben, wo wir überall hin wollen. Ein guter Start ist der Strand von Toorbul. Wir hatten einen Tipp von der Fährbegleiterin in Brisbane bekommen, dass hier wilde Kängurus leben. Ein Hammer-Anblick diese Tiere! Sogar kleine Känguru-Babys schauen aus den Beuteln ihrer Mütter raus und ein großes männliches Känguru liegt faul in der Sonne rum. Es kommt noch besser! Im Donaudelta eine Seltenheit, sitzen hier riesengroße Pelikane auf jeder Straßenlaterne und laden dazu ein sie zu fotographieren. Prompt werden wir als Touris erkannt und ein Mann mit Jetski spricht uns an, ob wir nicht eine Runde mit ihm drehen wollen. Aus der einen Runde werden schnell drei und wir durften sogar alle selber mal ans Steuer.

Abends kehren wir in ein Surferhostel an der Sunshine Coast ein. Nach Einbruch der Dunkelheit möchte Felix sich noch ein wenig den Ort anschauen und schlendert alleine an der Strandpromenade von Calundra entlang. Es ist eine gewöhnliche Strandpromenade mit ein paar Bäumen und aus einem der Bäume ist Vogellärm zu hören. Der ganze Baum ist voll von Rosilla Pärchen. Sie sitzen immer zu zweit auf einem Ast und die ganze Kolonie schläft in diesem einen Baum.

Tag zwei unserer Tour führt uns entlang der Sunshine Coast (deut. Sonnenschein Küste) nach Norden. Scarlet und Chris wollten gerne ins Moloolaba Aquarium. Da wir gerade erst im Zoo von Auckland waren, leihen wir uns lieber ein Surfboard aus und stürzen uns in die Wellen des naheliegenden, weißen Sandstrands. Eine Sandburg, einige Youtube „Surfen für Anfänger“ Videos und etliche Versuche auf den ein Meter hohen Wellen zu surfen später, holen wir die Beiden wieder vom Aquarium ab. Uns wurde davon abgeraten, doch trotzdem fahren wir bis es Dunkel wird um Bundaberg heute noch zu erreichen. Bundaberg ist der Produzent eines sehr lecker schmeckenden Getränks namens „Ginger Beer“. Felix hatte leider zu spät festgestellt, dass obwohl es Bier heißt, das Getränk alkoholfrei ist. Mensch hat der sich geärgert (und Jana sich gefreut!).

Wir haben festgestellt, dass die Simkarte die wir gekauft haben, um unterwegs Internet zu haben, nicht gut in Janas Handy funktioniert. Kurzerhand stecken wir sie in Scarlets Handy und schwupp, wir sind mit dem Internet verbunden. Das macht einiges einfacher, da wir jetzt unsere Unterkünfte vorbuchen und uns unterwegs über weitere Sehenswürdigkeiten informieren können. Die Stadt „1770“ hatte Jana allerdings schon vorher rausgesucht. Die Stadt ist weltweit die Einzige deren Name nur aus Ziffern besteht und der zweite Landeplatz von Captain James Cook, dem europäischen Entdecker Australiens. Im Jahr 1770 ging Cooks Crew hier an Land um Pflanzen zu sammeln. Der Park ist nach dem Botaniker benannt, der ihn begleitet hat. Wir laufen vor bis zur Klippe mit ihrem epischen Aussichtspunkt und lassen uns von zahlreichen Schmetterlingen umflattern. Dannach geht es bei strahlendem Sonnenschein an den Steinstrand nahe der Klippe. Von hier aus sieht man einen anderen Strand und Felix will unbedingt gerne da hin schnorcheln. Chris hat auch Lust, also begleitet er Felix mit Janas Schnorchelausrüstung. Wir Mädels setzten uns ins Auto und sind innerhalb von 10 Minuten am anderen Strand. Ab und an beobachten wir, ob die beiden Punkte in der Ferne sich noch bewegen. Ansonsten haben Scarlet und ich eine sehr entspannte Bräunungssession. Als Felix und Chris nach zwei Stunden ziemlich erschöpft aus dem Wasser kommen, ist Chris am Rücken böse verbrannt. Felix hatte einfach sein langärmliges Sweatshirt anbehalten und hat daher nix abgekriegt. Glücklicherweise haben wir in der nächsten Stadt einen Ruhetag eingeplant. In Rockhampton gibt es eigentlich superviel zu sehen, aber wir sind am Ende so müde, dass wir den Ruhetag im Hostel verbringen.

Weiterhin sind wir auf der Suche nach Riffen die nah genug am Strand sind, sodass man sie beschnorcheln kann. Bei Google Maps finden wir Sarina Beach und Campwin Beach, wo ein Riff einige Meter vor der Küste eingezeichnet ist. Als wir an diesen Stränden ankommen, sehen wir allerdings die Warnschilder. Man kann sich hier aussuchen, ob man von der starken Strömung aufs Meer hinaus gezogen, von den Würfelquallen in 90 Sekunden getötet oder doch lieber von den Alligatoren die hier leben gefressen werden will. Wir entscheiden uns dazu doch nicht schwimmen zu gehen. Stattdessen kaufen wir im Supermarkt ein um heute Abend richtig schön am Shoal Point, einem Aussichtspunkt zum Sonnenuntergang gucken, zu grillen. Als wir am Hotel ankommen verschwindet Scarlet erstmal um mit ihrer Mama zu telefonieren. Da es immer später wird ohne dass sie zurück kommt blasen wir grillen für heute Abend ab und fahren zu zweit zu Shoal Point um zumindest noch den Sonnenuntergang zu sehen. Drei Mütter mit Kindern sind noch am Strand und geben uns tolle Tipps, wo man zum Schnorcheln hinkönnte. Als wir zurück im Hotel sind, stellt sich heraus, dass Scarlett sich verlaufen hatte und sogar von einem komischen Mann verfolgt wurde. Wir sind froh, dass nichts passiert ist und sie wieder wohlbehalten bei uns ist.

Am sechsten Tag unseres Roadtrips schaffen wir es zum ersten Mal mit dem Sonnenaufgang aufzustehen. Im Cape Hillsborough Nationalpark gibt es allerdings auch viel zu entdecken. Wir machen einige alberne Bilder am weißen Traumstrand mit großen Palmen. An großen Tieren gibt es hier freilaufende Wallabes die aussehen wir Mini-Kängurus und ein Pärchen des berühmten australischen Kookaburras. Diese Vögel werden in Deutschland auch „lachender Hans“ gennant, leben ihr Leben lang monogam und sind mit 47cm die größten Vertreter der Eisvögel. Der Kookaburra hatte überhaupt keine Angst vor uns, vielleicht war er schon etwas älter. Kookaburras können bis zu 25 Jahre alt werden. Im Nationalpark sind wir außerdem noch einen Wanderpfad längs gegangen, der zu einer Aborigini Fischfalle geführt hat. Bei Ebbe sind hier Fische in kleinen Pfützen gefangen. Bei genauerer Betrachtung gab es kleine Fische, Schnecken, Krabben und Mini-Tintenfische zu sehen. Nach unserer Wanderung haben wir dann endlich gegrillt. Grillen ist in Australien besonders einfach da überall an den Stränden und in Parks festinstallierte Grillstationen stehen. Man drückt bloß auf einen Knopf und die Grillplatte wird heiß. Auf einer kleinen Schotterstraße geht es kurz durch den Busch und wir erreichen das Flametree (Flammenbaum) Camp in Airlie Beach.

Jana bleibt in dem kleinen Bungalow um sich auszuruhen, während Felix, Scarlet und Chris noch auf Erkundungstour gehen. Es gibt eine künstliche Lagune und jede Menge Touristenfallen. Und die wichtigste Erkenntnis überhaupt ist: Airlie Beach hat gar keinen Beach (engl. Strand). Es gibt nur befestigte Küste und einen kleinen Hafen von dem aus man Bootstouren zu einer Insel machen kann. Die Anbieter versprechen, dort gäbe es dann Strand und die Möglichkeit zum Schnorcheln. Der Sonnenuntergang über dem Hafen ist wunderschön. Und wir erfahren auch noch von Pigeon Island, einem schönen Schnorchelspot ganz in der Nähe mit Wrack, der auch vom Strand aus zu erreichen ist.

Extrem früh am morgen fahren wir nach Pigeon Island zum Schnorcheln. Felix springt trotz Regen mit langärmliger Kleidung, zum Schutz vor den Würfelquallen, ins Wasser vor Airlie Beach. keine drei Minuten später kommt er schnell wieder aufs Ufer zu geschwommen. Er wurde von einer Qualle im Gesicht berührt und hat erstmal Panik gekriegt. Glücklicherweise war es wohl eine der weniger gefährlichen Arten die ihn gestochen hat.
Zur Ladenöffnung stehen wir dann auf der Matte und besorgen uns erstmal Stingersuits (Ganzkörperanzüge aus Badeanzugstoff gegen gefährliche Quallen) und Petroleum Jelly zum Schutz für Gesicht und Hände

Wir hoffen auf besseres Wetter und fahren zu der empfohlenen Horseshoe Bay (Hufeisen Bucht). Die Form der Bucht lässt sich aus dem Namen ableiten und die Sonne scheint ebenfalls als wir ankommen. Felix stürzt sich wieder enthusiastisch in die Wellen. Es gibt hier auch eine Badeaufsicht und einige andere Schwimmer. Die Badeaufsicht hat sogar ein Exemplar der gefährlichen Würfelqualle in einem Eimer zum anschauen. Chris und Scarlet haben trotzdem keine Lust schwimmen zu gehen, sie machen lieber einen Strandspaziergang. Jana hat schon seit mehreren Tagen Ohrenschmerzen und will ihr Leiden nicht verschlimmern. Sie setzt sich an den Strand und strickt gemütlich vor sich hin. Felix kommt mit fantastischen Geschichten aus dem Wasser, der Ort hier ist wohl perfekt für Schnorchler mit vielen Fischen und ganz vielen tollen Korallen zum begucken. Abends geht es nach Townsville ins Plaza 4 Sterne Hotel, wo wir das schicke Familienzimmer für 25 € p.P. gemietet haben. Es hat wirklich seine Vorteile zu viert zu reisen. Leider fehlt uns schlussendlich doch die Motivation das hauseigene Schwimmbad auch voll auszunutzen. Townsville ist die letzte Station bevor es morgen nach Cairns geht.

Wir begeben uns auf eine letzte Jagd nach den vom aussterben bedrohten Cassowarys. Diese Urzeitvögel haben Ähnlichkeit mit dem Vogel Strauß, allerdings einen knallblauen Hals und einen roten Kamm auf dem Kopf. Allerdings ist alles was wir finden ein schöner Strand und eine üble Mückenhölle. Abends liefern wir Scarlet und Chris in ihrem Partyhostel ab, machen die Spritabrechnung und fahren selbst zum günstigsten Hostel der Stadt. Hier wimmelt es natürlich von Pfennigfuchsern und wir kriegen gleich am ersten Abend richtig tolle Tipps, wie man umsonst im Great Barrier Reef tauchen gehen kann. Mehr davon gibt jedoch erst beim nächsten Mal. Holladihi!

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