Tauchen für Fortgeschrittene (28.04 – 04.05.)

Felix hat seinen Tauchkurs bereits abgeschlossen und Jana hat nun ihre Krankheit überwunden und kann endlich auch anfangen. Wir sind beide total heiß auf die Unterwasserwelt und trotz akuter Korallenbleiche im Riff gehen wir Tauchen so viel wir können.

Als frischgebackener PADI Advanced Diver geht Felix an Bord des Schiffes der Deep Sea Diver und macht hier zusammen mit Kristi, einer Australierin, den Abwasch. Beim ersten Tauchgang des Tages sichtet Felix wieder einen Hai.

Jana holt den Refund von CDC ab, da wir ja die Buchung storniert haben und sie bald bei ProDive tauchen lernt. Auf dem Rückweg zum Hostel sieht sie Johannes ihren Volenteering Partner. Da er auch nichts großartig vorhat den Tag über gehen sie zusammen zur Lagune und Plaudern über die gemachten Reiseerfahrungen. Zum Mittagessen bei Pie Face wundert sich Jana stark darüber, dass es in Australien wohl üblich ist Kuchen mit Fleisch zu machen, die sogennenten „Meat Pies“. Am Nachmittag wird dann Billiard im Hostel von Johannes, mit zwei anderen Deutschen gespielt. Jana holt noch ihr Zeichenbuch und zeichnet Johannes zum Abschied. Auf dem Weg zum eigenen Hostel dann die freudige Überraschung! Auf dem Heimweg treffen wir uns ganz zufällig auf der Straße wieder und plaudern noch ein bisschen mit Johannes.

Später am Abend gehen wir in den Supermarkt um uns Inspiration fürs Abendessen zu holen und treffen gleich bekannte Gestalten aus unserem Hostel. Zwei aus einer Gruppe von vier Deutschen, die in Ihrem Auto vor unserem Hostel übernachten aber üblicherweise die öffentlichen Räume im Hostel nutzen sind ebenfalls gerade auf Nahrungssuche. Kurzentschlossen laden wir uns selbst ein mit Ihnen zusammen zu essen und es gibt lecker Pasta, Salat und natürlich den tollen Wein aus dem 5Liter Karton.

Am Tag als Janas Tauchkurs beginnt wird sie von einem Bus der Tauchschule ProDive eingesammelt und lernt gleich die Mitstreiter und zukünftigen Lehrer kennen. Am Vormittag geht es aber erstmal in den Klassenraum. Nach der obligatorischen Kennenlernrunde werden Videos geguckt und Minitests geschrieben. Nachmittags kommt das worauf Alle gewartet haben, die erste Poolstunde! Jana kommt in die „deutsche“ Gruppe, mit einigen Dänen, angeführt von einem Österreicher. Der scherzt, dass die Konstellation ja schonmal schief gegangen ist. Wir lernen die Zeichensprache der Taucher, unsere Tauchmasken unterwasser auszupusten und noch viel mehr. Am zweiten Tag lernen wir dann verschiedene Equipmenttypen kennen. Jana ist ganz begeistert von den Splitfins (deut. Spaltflossen), die geringeren Wasserwiederstand und mehr Beweglichkeit ermöglichen. Sie fühlt sich wie ein richtiger Fisch im Wasser! Im Anschluss werden noch einige Manöver geübt, dann gehts zum ProDive Shop wo wir unsere Ausrüstung für den kommenden Tag zusammenstellen. Zurück in der Tauchschule schauen wir die letzten Lehrvideos und schreiben unseren großen Abschlusstest. Es bestehen natürlich Alle!

Am nächsten Tag wird Jana eingesammelt um für 3 Tage auf einem Boot mitten im Great Barrier Reef zu übernachten. Das Essen und die Betreuung sind wunderbar. Mit einem ruhigen Magen und ganz viel Aufregung beginnt der erste Tauchgang um 10:45 Uhr. Jeder Tauchschüler hat zu Beginn des Tauchabenteuers außerdem ein Logbuch bekommen, bei dem er alle seine Tauchgänge, die Bedingungen und was er so gesehen hat eintragen kann. Ich kann also ganz genau sagen, dass mein erster Tauchgang am 01.05.2016 im Milln Reef, GBR Australien stattgefunden hat. Das Wetter war etwas bewölkt, die Sichtbarkeit unter Wasser betrug 15 Meter und die Wassertemperatur 28 °C. Wir sind 35 Minuten getaucht mit einer maximalen Tiefe von 10,1 Meter. Ich habe zusätzliches Gewicht von 4,5 kg benutzt. Gestartet bin ich mit 200 bar Atemluft in der Flasche und bin aufgestaucht mit 80 bar. Gesehen hatte ich einen hübschen blau gepunkteten Stechrochen und eine Damsel. Wir machen noch einen weiteren Tauchgang heute bei dem ich tatsächlich drei verschiedene Haiarten sehe! Der graue Riffhai ist dabei ungefähr so groß wie ein Mensch und vor dem kann man schon ein bisschen Angst bekommen. Leider habe ich keine Fotos, aber sucht gerne mal Bilder im Internet, damit ihr wisst wovon ich rede.

Nach einem weiteren Trainingstauchgang am frühen Morgen machen wir uns auf zum Flynn Reef. Auf dem sogenannten „Tennisfeld“ absolviert meine Gruppe ihren letzten Trainingstauchgang, dannach dürfen wir uns offiziell Scuba Diver nennen. Und was für ein Tauchgang das war! Wir konnten kaum unsere Übungen machen, so abgelenkt waren wir von der Schildkröte die die ganze Zeit um uns rumgeschwommen ist. Wir haben uns also mit den Übungen beeilt und sind der Schildkröte gefolgt. Eine weise Entscheidung wie sich herausstellte. Auf dem Weg sind uns dann noch die schönsten Tiere des Riffs begegnet. Wir haben Nemo (einen Clownfisch) in einer Anemone gefunden, einen kleinen Riffhai, einen Kugelfisch, jede menge Rochen und Nudibranches gesehen! Nudibranches sind sehr farbenfrohe Unterwasser-Nacktschnecken.

Da Felix den „Advanced Scuba Diver“ (deut. Fortgeschrittenen Taucher) Kurs gemacht hat, darf er schon bis zu 30 Meter tief tauchen. Da man mit dem normalen Scuba Diver nur 20 Meter tief tauchen darf und sie mit Felix gleichziehen will, beschließt Jana drei ihrer Tauchgänge darauf zu verwenden, noch den Adventurer (deut. Abenteurer) oben draufzusetzten. Mit einem Tieftauchgang in 30 Meter Tiefe, einem Nachttauchgang mit jeder Menge Haien und einem Erkundungstauchgang bei dem man allerlei Fische bestimmen sollte hat auch sie ihr nächstes Abzeichen erworben.

Felix hatte sich natürlich noch reichlich bei Cairns Dive Center beschwert, da die Leistung während seines Tauchkurses weit hinter dem her blieb was vereinbart war und bekam schlussendlich auch noch eine Nacht auf dem endlich wieder funktionstüchtigen Liveaboard Boot des Cairns Dive Centers, der „Kangaroo Explorer“. Das Boot war eben so wie man es von einem Budgetanbieter erwartet, aber das Tauchen war wunderschön. Und weil es so schön hier ist bucht Felix auch gleich eine zweite Nacht auf dem Boot. Damit ist er einen Tag zur selben Zeit auf dem Riff wie Jana, nur auf einem anderen Boot. Die Boote liegen für die Nacht nur einige hundert Meter voneinander entfernt vor Anker und wir versuchen Beide Zeichen zu senden, die von dem jeweils anderen leider nicht gesehen werden. Jana macht sogar Morsezeichen mit der Taschenlampe als es dunkel geworden ist!

Da das Boot gerade erst den Betrieb wieder aufgenommen hatte war es noch nicht voll mit Gästen ausgelastet. Felix tauchte meistens mit dem Koch Franco und seiner freiwilligen Küchenhilfe Tina. Franco war ein erfahrener Taucher, der auch oft zu Schabernack aufgelegt war. Mit Franco fanden wir eigentlich fast immer einen Hai und einmal auch eine übergroße Maori Wrasse und ein paar mal Schildkröten. Franco hatte eine Vorliebe dafür durch schmale Spalte und kleine Hölen in den Korallenlandschaften hindurch zu schwimmen. Das macht echt Spass.

Auf Liveaboard Booten gehört natürlich jeden Abend ein Nachttauchgang zum Programm. Spaßvogel Phill erklärt kurz das nötigste für den Nachtauchgang und weist auch darauf hin, dass wenn man mit der Taschenlampe kleine Fische anleuchtet dann die großen Raubfische (Red Sea Bass) das Licht nutzen um die kleinen zu jagen. Wir können tatsächlich ein paar mal beobachten wie vor unseren Augen ein kleiner Fisch gefressen wird. Bei vielen spricht dieses Phänomen auch direkt ihre sadistische Ader an. Beim zweiten Nachttauchgang sehen wir sogar ganz kurz einen Hai auf der Jagt.
Eines shönen Nachmittags macht sich Aufregung an Deck breit. Ein Schwarm Delphine schwimmt für eine halbe Stunde direkt neben unserem Boot her.

Wärend Felix auf dem Kanguru Explorer ist, ist Jana auch mit Ihrem Tauchkurs nicht weit. Fast einen Tag lang sind unsere Boote in Sichtweite zueinander, aber wir schaffen es nicht einander zu zu winken. Allerdings gab es auch eine lustige Begebenheit. Ein Taucher vom Kanguru Explorer hatte sich zu weit vom Boot entfernt und war genau auf der mitte zwischen Felix‘ Boot und dem Boot mit Janas Tauchkurs aufgetaucht. Zunächst ist Jemand von Janas Boot losgedüst um den Taucher mit einem kleinen Beiboot abzuholen, aber als er erkennt, dass es sich nicht um einen ProDiver handelt dreht er einfach wieder ab. Also musste doch unsere Crew ihre Taucher selbst einsammeln.

Als Felix schließlich nach zwei Nächten vom Känguru Explorer heimkehrt hat er seine Schuhe verloren. So kam es, dass er die letzten Wochen der Reise nur noch mit Flip Flops rumlief.

Felix geht noch einmal gratis Tauchen und Geschirr Spülen mit den Deep Sea Divers und schließlich ist es auch schon unser vorletzter Abend in Cairns und Australien. Wir treffen uns mit Janas Tauchkurs und den Tauchlehrern in einem Restaurant in der Stadt. Dieser gemeinsame Abend gehört bei Janas Tauchkurs dazu. Nach dem Essen besuchen wir dann tatsächlich die berühmt berüchtigten Läden dieser Stadt. Jedes Hostel ist voll mit Werbung für den „Woolshed“ und das „Gilligans“. Zuerst landen wir im Woolshed und erleben hier feinstes Niveau-Limbo mit „Big Dick Mick“ der in einem Herzblatt setup drei jungen Mädchen niveaulose Fragen stellen darf und sich dann anhand der Antworten eine Aussucht, mit der er gemeinsam eine der zahlreichen Touristenattraktionen hier gewinnt.

Felix knickt ab, und geht nach Hause, aber nicht ohne sich auf dem Heimweg noch eben schnell das Größte Partyhostel der Stadt, das Gilligans, anzuschauen. Jana hingegen feiert und tanzt noch ordentlich mit den Mädels aus ihrem Tauchkurs. Dabei mussten sich alle beim Reingehen ins Gilligans sehr zusammenreißen, denn wenn man betrunken wirkt, wird man nicht mehr in den Club gelassen!

Am nächsten Tag leidet Jana an einem leichten Kater und wir bereiten uns Seelisch und Moralisch auf den Flug nach Bali – das Mallorca für Australier – vor.

Am letzten Tag geht unser Flug erst recht spät, also verbringen wir den Vormittag damit im Hostelpool zu baden, für alle Gäste die möchten ein leckeres Thai Curry zum Mittag zu kochen und unterhalten uns noch eine ganze weile mit Sky, Lilli und Johannes. Sky beneided uns sehr, da wir glücklich verheiratet sind und sie selbst wünscht sich doch soo sehr den richtigen Mann zu finden. Lilli ist eine recht interressante Schauspielerin aus Deutschland. Da die meisten Bewohner hier im Hostel etwas länger bleiben kann man auch immer wieder kleinere Romanzen zwischen Bewohnern beobachten. Auch Lilli hatte hier ihre kleine Affäre.

Jana nutzt den letzten Tag um noch ein paar Zeichnungen von anderen Gästen anzufertigen.

Dann geht es los zum Flughafen.