Endlich Urlaub! (05.05 – 19.05)

In Indonesien sind wir für 10 Tage Millionäre und verhalten uns auch dementsprechend. In tollen Bungalows räkeln wir uns am Hotelpool und gehen jeden Tag fürs Frühstück, Mittag und Abendbrot ins Restaurant. Wir gönnen uns noch einige Tauchgänge mit den beeindruckenden Mantarochen, ein bisschen Yoga für verwöhnte Touristen, frische Kokosnuss und 4 Stunden lang Massage.

Mitten in der Nacht kommen wir am Flughafen von Bali an. Mit im Schlepptau haben wir Denise, eine andere Deutsche die in eine ähnliche Richtung will wie wir. Ein Taxi am Flughafen zu bekommen erinnert uns stark an Indien zurück, wieder viel zu überhöhte Preise und etliches Verhandeln. Denise ist heilfroh, dass wir dabei sind, da es ihr erster Trip nach Asien ist. Wir mussten sogar hinterher noch mit dem Taxifahrer diskutieren, der uns 2 km vom vereinbarten Spot entfernt absetzten wollte. Google Maps sei Dank haben wir es rechtzeitig bemerkt!

Um 2 Uhr morgens schaffen wir es dann in unserem reservierten Hotel Jemanden wach zu klingeln. Eigentlich hatten wir für 2 Nächte gebucht, aber nach einem gratis-Frühstück wird uns eröffnet, dass es eine Überbuchung gab und wir leider ausziehen müssen. Sie bieten uns noch an uns an ein anderes Hotel zu vermitteln, aber das nehmen Felix und ich lieber selber in die Hand. Nach einem Strandspaziergang und lecker Essen laufen wir einfach mit unseren Rucksäcken durch die Haupteinkaufsstraße die zum Strand führt. Die schon aus Indien bewerte Technik funktioniert, wir werden angesprochen „You need room?!“. Wir erzählen dem netten Herrn unsere Preisvorstellung und er führt uns ca. 200 Meter von der Hauptstraße weg zum „Alamanda Homestay“! Für nur 170.000 indonesische Rupien (~11,50 €) die Nacht kriegen wir hier ein sauberes Doppelzimmer mit eigenem Bad und Poolmitbenutzung.

Wir buchen für den nächsten Tag schon unsere Überfahrt nach Lembongan. Lembongan ist eine von zahlreichen Inseln um Bali rum und bekannt für seine tollen Tauchspots. Um 6 Uhr morgens werden wir mit dem Taxi abgeholt und zur Fähre gebracht. Es geht alles mit rechten Dingen zu, da wir ausnahmsweise mal den „Luxusliner“ unter den Fähren gebucht haben (Es gibt Rettungswesten). Wir haben unser Budget pro Nacht etwas aufgestockt und bezahlen jetzt 22 € die Nacht inklusive Frühstück für unseren eigenen kleinen Bungalo mit Hotelpool. Wir haben Hannah auf der Überfahrt kennengelernt. Da Jana sich lieber ausruht, geht Felix mit ihr am Strand schnorcheln, Tauchschulen abklappern und Wasser kaufen. Abends genießen wir noch den schön beleuchteten Hotelpool.

Am nächsten Tag leihen wir uns einen Roller aus. Wir wollen eine Inselrundfahrt machen und uns noch ein paar Tauchschulen angucken. Keine wirkt bis jetzt besonders vertrauenswürdig. Die Hauptattraktionen der Insel locken mit Namen wie Dream Beach (Traumstrand), Devils Tear (Teufels Träne) und Mushroom Bay (Pilzbucht). Allerdings sieht es so aus als wäre momentan sehr starker Wellengang. Das ist für den Dream Beach natürlich schade, aber für die Devils Tear umso cooler. Dort brechen sich die Wellen zu bis zu 10 Meter hohen Fontänen. Uns wird erzählt, dass hier schon mehrer Touristen von den Wassermassen ins Meer gespühlt und ertrunken sind, weil sie ein noch besseres Selfie als alle anderen haben wollten.

Zurück im Hotel lernen wir am Pool Rachel und Damian kennen. Rachel macht bloß einen kurzen Urlaub, aber Damian ist Brite und arbeitet auf Lembongan das halbe Jahr über für seine Anwaltskanzelei in London. Felix ist schwer beeindruckt von diesem Konzept und würde es am liebsten gleich genauso machen. Damian schenk uns etwas von dem weißen Silbernadel Tee, den er von einem seiner Klienten geschenkt bekommen hat. Der Tee schmeckt fantastisch! Später muss Damian leider arbeiten, aber Rachel zeigt uns den Warung 99, ein günstiges Lokal das Erdnuss-Päckchen statt Wechselgeld rausgibt. Hinterher gönnen wir uns auch noch ein Eis.

Da Jana leider eine Blasenentzündung hat, wie es sich für ordentlichen Urlaub gehört, verbringt sie die nächsten Tage aktiv mit nix tun, Blog schreiben und Tee trinken. Zum Mittagessen gibts frische Kokosnuss und fürs Abendbrot gehen wir zweimal mit Damian ins „Deck“ ein etwas feineres Restaurant. Felix probiert die erste Tauchschule aus. „Mola Mola Dive“ bringt ihn zum Mangrove Point, wo er schnorchelt und taucht. Leider ist der Service und auch das Mittagessen eher enttäuschend. Hinterher holt er Jana vom Yoga ab, die versucht hat sich damit ein bisschen abzulenken. Abendessen gibts auch im „Green Garden Warung“, wo es vor allem viel leckeres vegetarisches Essen gibt. Als nächstes probiert Felix das Lembongan Dive Center aus und geht dort mit zwei erfahrenen älteren Herren tauchen, die ebenfalls in unserem Hotel logieren. Diese Tauchschule gefällt Felix auf jeden Fall viel besser und am nächsten Tag kommt sogar Jana mit tauchen, denn es geht zu Manta Point!

Der Manta Point ist eine Putzerfisch Station, die ständig von riesigen Mantarochen umkreist wird. Sobald das Wetter mitspielt fahren mehrere Boote hierher und laden die Touristen aus. Man muss unterwasser nichts tun außer aufpassen das man von der starken Tide nicht gegen irgendetwas gestoßen wird und die Aussicht genießen! Wie eine Flugzeugstaffel fliegen die Mantarochen einer nach dem anderen über uns hinweg. Ich zähle insgesamt 13 Mantarochen! Ein wirklich beeindruckendes Beispiel. Als wir uns bereit machen bald wieder aufzutauchen sehen wir sogar noch einen großen blauen Kraken und einen Geisterpfeifenfisch. Vor allem der Kraken ist fantastisch anzusehen, da verschiedene Farben wellenartig über seinen Körper laufen um anzuzeigen in welcher Stimmung er sich befindet. Während des Tauchgangs findet Jana auch zwei Plastiktüten und einen gelben Schnorchel. Die Sachen werden natürlich mit an Board genommen um sie später in den Müll zu schmeißen. Hoffentlich ist das kein Kreislauf und der landet dann wieder im Meer. Unser zweiter Tauchgang findet in der Kristallbucht statt, die momentan leider nicht so kristallklares Wasser, aber dafür viele interessante Kleintiere hat. Da wir zu spät für einen dritten Tauchgang sind, nehmen wir uns nochmal einen Roller und erkunden die andere Hälfte der Insel. Wir finden ein Spinnengeflecht mit Monsterspinnen, einige Tempel, Straßenhändler und die einzige Brücke von Nusa Lembongan zur Nachbarinsel Nusa Penida, wo maximal ein Motorrad zur Zeit drüber kann. Nach einem schönen letzten Abend mit unseren Hotelkamaraden Natasha und Chris, besteigen wir am nächsten Tag die Fähre nach Sanur um wieder auf die Hauptinsel Bali zu kommen. Wir lassen uns in dem hervorragendem Alamanda Homestay absetzen und genießen den letzten Tag unseres Urlaubs mit einer 4 Stunden langen Massage für 20 € p.P.