An der Front in Vojvodina (15.09. – 18.09.2015)

Vielen Dank für die vielen Kommentare. Wir freuen uns über jeden einzelnen immer sehr. Wir freuen uns auch wenn Ihr kurz den erhalt eurer Karte bestätigt.
Nach ein paar weiteren Metern in Ungarn erreichten wir Serbien, um genau zu sein Vojvodina.Hier bildet die Donau heute die Grenze zu Kroatien und hier verliefen auch die Fronten im Jugoslavien Krieg.

Kurz hinter Budapest fieberten wir schon der serbischen Grenze entgegen, da dort angeblich die Radwege wieder deutlich besser werden als sie es in Ungarn sind. Vorher kamen wir noch durch die Puszta, die für ihre Pferdezucht bekannt ist, durch und haben uns einfach mal einen halben Tag im wirklich wunderschönen Baja ausgeruht. Bei Wein und Chips haben wir abends die Gesellschaft Venny und Aleksandra, zwei Radler aus Texas und Holland, genossen und Wäsche gewaschen. Baja hat einen sehr großen Marktplatz, schöne öffentliche Gebäude, Springbrunnen, einen tollen Park, einen wirklich schönen Radweg entlang dem Donauufer, und einen Radlerrastplatz mit Duschen, Waschmaschiene, Trocker und kostemlosen Camping am Donauufer.

In Baja war auch gerade ein großes Armee Camp aufgebaut und am Grenzübergang nach Serbien konnten wir dann auch den nagelneuen Grenzzaun, der die Flüchtlinge draußen halten soll bewundern.

Kaum in Serbien angekommen ist uns wieder ein starker Kontrast zu Ungarn aufgefallen. In dem kleinen Dorf Bezdan, in dem wir übernachtet haben war abends in den Kneipen und auf der Straße erstaunlich viel los im Gegensatz zu den ausgestorbenen Dörfern in Ungarn oder Deutschland. Ebenso waren die Leute hier gleich viel offenherziger. Auf den Dörfern wurde uns an jeder Staßenecke freundlich zugewunken, wir bekamen Obst geschenkt und durften in Sonta auch bei einer Deutsch sprechenden Familie im Garten übernachten.

Unser Plan auch ein kleines Stück auf kroatischer Seite durch Vukovar zu fahren wurde aufgrund der aktuellen politischen Lage vereitelt. Als wir am Grenzübergang zu Kroatien ankamen wurden wir vom Serbischen Grenzposten darüber aufgeklärt, dass momentan niemand nach Kroatien kommt, da die Kroaten sich komplett verbarikadiert haben. Grenzkontrollen gibt es nicht sondern einfach nur ein riesige Blokade. Dieser Zustand hielt anschließend noch etwa zwei Tage an, bis die kroatischen Grenzen wieder geöffnet wurden.

In dem kleinen Dorf Novo Selo (Neue Siedlung) wurden wir auf die Geschichte des Dorfes aufmerksam gemacht; Es ist ein Donauschwaben Dorf. Um 1920-1930 herum kamen Deutsche Siedler aus der Gegend um Ulm hierher und haben sich hier niedergelassen. Heute giebt es in dem Dorf noch zwei überlebende Donauschwäbinnen; Eine soll etwas verrück sein, mit der anderen haben wir einen Kaffe getrunken und sie hat uns ein bisschen von ihrer Geschichte erzählt. Von 400€ Rente, die Sie aufgrund vorrübergehender beschäftigung in Deutschland bezieht kann sie hier ganz vernünftig leben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle anderen Donauschwaben einschließlich Ihrer Schwester von den Russen in Arbeitslager deportiert. Sie und die andere Frau haben überlebt, da sie mit einem Serben verheiratet waren. Ihr Schwäbischer Akzent und auch die den Schwäbischen Hausfrauen nachgesagte Sparsamkeit war ihr anzumerken.

4 Gedanken zu „An der Front in Vojvodina (15.09. – 18.09.2015)“

  1. Wieder einmal DANKE für den tollen Reiseber. Renate, Günter,Karin&ich sind 1967 mit dem Motorrad in der Puszta gewesen.War super! Weiterhin toi , toi , toi ! Hannes

  2. vielen Dank für eure Karte aus Kolocsa.Sie kam genau an meinem Gegurtstag an.Danke,Danke
    Gute Weiterfahrt ohne Pannen. Macht weiter so.
    Oma und Opa

  3. Hallo,
    Ich musste mich erst mal updaten. 😉
    Es ist echt total beneidenswert wo ihr überall seid. Ich bekomme direkt Fernweh, freue mich aber immer von euch zu lesen.

    Ihr habt bestimmt schon mega Oberschenkel. o.o
    Denk an euch. <3

  4. Hey ihr lieben, vielen Dank für die Postkarte die uns fröhlich erwartet hat als wir aus Simbabwe wiederkamen 🙂
    Was für Klasse Berichte ihr schreibt, bitte macht weiter so, es macht echt spass zu lesen und die Fotos zu sehen! Bisous aus Hamburg, passt weiterhin gut auf euch auf!!

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