Wilde Jagd in Bulgarien (06.10. – 12.10.2015)

Unsere Zeit in Bulgarien war bisher die aufregendste. Nach der Erfahrung mit der Merope NGO sind wir in Gorni Vadin in den Geburtstag des Bürgermeisters hereingeplatzt und haben in Ruse, der Kulturhauptstatd Bulgariens, richtig abgefeiert.

Die Donaustrecke auf bulgarischer Seite der Donau ist ein ewiges Hoch und Runter von mehreren Hundert Höhenmetern am Tag. Zwischendurch wird man dafür immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt. In allen Straßengräben links und rechts sind uns außerdem die Hanfpflanzen so groß wie Weihnachtsbäume aufgefallen. Wir fuhren nun durch die ärmste Region Europas. Arm oder nicht, wir durften miterleben wie gastfreundlich und lebensfroh die Menschen hier sind. Kurz vorm Dunkelwerden haben wir uns wieder mal auf unser Glück verlassen und sind einfach ins nächste kleine Dorf gefahren (nächstes großes Dorf 20 km entfernt). In „Gorni Vadin“ gibt es genau eine Kneipe und diese war gerade voll mit Menschen. Der einzig deutsch sprechende Mensch hat uns nach wenigen Minuten angeboten, dass wir umsonst bei ihm übernachten können und der Bürgermeister hat uns zu Speis und Trank bei seiner Geburtstagsfeier eingeladen in die wir unwissentlich reingeplatzt sind.

So in etwa könnt ihr euch den traditionellen Tanz vorstellen.

Als wir vom unermüdlichen traditionellen bulgarischen Tanz erschöpft mit unserem Gastgeber und seinem Sohn nach Hause gingen war die Party keineswegs schon vorbei. In der Kneipe wurde weiter fröhlich getanzt und wir durften noch den selbstgemachten Wein unserer Gastgeber probieren. Ein gar köstlicher Tropfen! Auch wenn mir der selbst geimkerte Honig zum Frühstück besser geschmeckt hat. Davon durften wir sogar das geöffnete Glas mitnehmen!

Wir hatten außerdem den Tip bekommen, dass die weiteren Straßen an der Donau entlang voller Schlaglöcher sind. Darum sollten wir ins Landesinnere fahren, wo die guten Hauptstraßen verliefen. Da unser Gastgeber da sehr nachdrücklich war, haben wir uns entschlossen das Risiko des Umwegs einzugehen und sind nach Pleven gefahren. Es stellte sich heraus, dass er mit „guten Straße“ die Autobahn meinte. Nach einiger Überlegung haben wir uns dann entschlossen eine abenteuerliche Fahrt mit der bulgarischen Eisenbahn von Pleven nach Ruse zu wagen. Die Fahrräder haben es nicht ganz heil überstanden, aber es hat schon sehr viel Spaß gemacht.

In Ruse, der Kulturhauptstadt haben wir das vermutlich coolste Hostel Bulgariens gefunden. Das „Balkan Hostel“ wird von einem waschechten Briten geführt. Mark war früher mal Cagefighter und ist heute ein bisschen verrückt. Am ersten Abend haben wir ein Sixer seines Lieblingsbieres „Kamenitza“ mit ihm gelehrt, wobei eine Flasche 2,5 Liter enthält. Er hat uns auch die einzige Karaokebar in Ruse gezeigt und uns seinen Kumpel Bruce (~60 Jahre, fühlt sich wie 18) vorgestellt. Wir sind dann mit einer ganzen Truppe neuer Freunde noch in die nächste Bar gezogen. Mark hat uns mit dem Auto noch zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Ruse gefahren. Da wir für die Saison seine letzten Gäste waren, gab es am letzten Abend außerdem noch eine „Hostel closing Party“ mit noch mehr Kamenitza und guter bulgarischer Küche.

3 Gedanken zu „Wilde Jagd in Bulgarien (06.10. – 12.10.2015)“

  1. Cool, in Ivanovo war ich auch! An einigen Stellen in der Felskirche sind fingergroße Löcher im Stein, wo die Leute Zettel mit Wünschen reintun. Habt ihr euch auch etwas gewünscht?
    Durch die bulgarische Küche kann man sich in der Tat tagelang durchfuttern. Shopska, Tarator, Banitsa, Baklava… mmmm ^^ esst reichlich, egal wohin ihr fahrt, es kann gar nicht mehr besser werden 😉

  2. Moin ihr beiden,
    hab endlich mal die letzten Einträge gelesen und stelle fest, dass ihr ja bisher noch gar nicht in Istanbul wart – jetzt vielleicht? Klingt auf jeden Fall sehr cool was ihr da erlebt!
    Und interessant, dass viele Leute in ärmeren Gegenden so viel Gastfreundlicher sind als (z.B. in der jetzigen Situation) so einige Deutsche Hausbesitzer, die rummeckern obwohl es ihnen verdammt gut geht…Machts gut!

  3. Hey ihr zwei,
    Jana, deine Karte ist heute angekommen. Ich habe mich wirklich sehr über deine lieben Worte gefreut.
    Viele Grüße
    Tina

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