Zeit zu beten! (05.11. – 08.11.2015)

Es geht in den islamischen Raum nach Istanbul und wir haben immer noch nicht die erste Seite vom Koran auswendig gelernt. Na, wenn das mal gut geht!

Am 5. November sind wir schließlich mit unserer Couchsurfing Reisegruppe aus Constanta nach Istanbul aufgebrochen. Nach 10 Stunden Fahrt über rumänische Straßen, bulgarische Schlaglochpisten inkl. lebensmüder Verkehrsteilnehmer und guter türkischer Autobahn inkl. wirklich kindischen und bekloppten Fahrern sind wir Gott/Allah sei Dank unversehrt in Istanbul angekommen. Mitten auf der Autobahn in der Türkei hatten zwei Jugendgruppen beschlossen auf den beiden linken Spuren im Schritttempo nebeneinander herzufahren, damit sie sich besser unterhalten konnten.

Zusammen mit Florian, Alex und Marius sind wir in einem Appartment direkt am Taksim Platz untergekommen. Taksim ist ein liberaler Stadtteil mit vielen Shopping Geschäften und Bars. Hier kann man super duper Souvenirs shoppen, es sei denn man ist auf Weltreise und will keinen unnötigen Kram mit sich rumschleppen. Wir haben uns stattdessen zu Tagträumen hinreißen lassen unser zukünftiges Wohnzimmer im türkischen Stil einzurichten, mit gemütlichen Teppichen, Kissen und stimmungsvoller Beleuchtung. Insgesamt fühlten wir uns in Istanbul ziemlich heimisch, es begrüßte uns ein Szenario als wenn man in Harbug aus der S-Bahn steigt. Die Kebap shops und Dönerbuden waren auch die Gleichen. Was dem ganzen einen exotischeren Touch verlieh waren die vielen wunderschönen Moscheen. Fünfmal am Tag fingen die Lautsprecher an den Minaretten an zum Gebet zu rufen und wie oft ein Moslem diesem Ruf folgt ist sehr individuell.

Zusammen sind wir zu allen großen Attraktionen gegangen, die man als Tourist in Istanbul einfach gemacht haben muss. Wir haben also in den ersten Tagen unseres Aufenthalts den Touri-Spießroutenlauf über den großen Basar, den Gewürz Basar, die blaue Moschee, die Hagia Sofia, die Basilika Zisterne, den Galert Turm und den Palast absolviert. Beim Palast haben wir leider die Öffnungszeiten verpeilt und hatten keine Zeit mehr den Harem zu sehen. Der Harem soll einen Besuch durchaus Wert sein kostet aber, wie wir später erfahren haben, nochmal extra. Die Free Walking Tour stand natürlich auch auf unserem Programm. Es hatten sich ca. 20 andere Menschen mit demselben Plan eingefunden. Der Guide ließ sich jedoch nicht blicken und stattdessen haben wir die Bekanntschaft mit Franziska und Denise gemacht! Mit diesen beiden quirligen jungen Damen haben wir den Rest der großen Sightseeing Tour verbracht und dannach Nummern ausgetauscht.

Um das türkische Urlaubserlebnis abzurunden wurde auch noch eine Shischabar besucht und erste krüppelige Versuche unternommen Backgammon zu spielen. Denise und Franziska haben wir noch am selben Abend in einer Dachterrassen-Bar wiedergetroffen, wo das wöchentlich Couchsurfing-Meeting stattfindet. Die Aussicht auf den Himmel war zwar sehr schön, aber auch die Peise stellten sich als astronomisch heraus. Also wurde von „irgendjemandem“ angeregt in eine der zahlreichen Karaokebars in Taksim umzuziehen. Mitgeschnackt wurden dabei noch Emily und John mit denen Jana sehr viel zu lachen hatte. Was wir in der Karaokebar erleben durften würden wir als echte türkische Kultur beschreiben. Viele moderne türkische Popsongs von männlichen sowie weiblichen jungen Türken vorgetragen und eine gemeinsame Einlage auf der Tanzfläche. Wobei interessanterweise Felix Tanzstil äußerst bewundert wurde. Am letzten Tag hat sich dann Marius mit den beiden Singeldamen abgesetzt und wir haben zusammen mit Florian und Alex einen Pärchennachmittag im Aga Hamam verbracht. Hamam ist für die Türken so etwas wie Sauna bei uns. Man übergießt sich zuerst abwechselnd mit gaaaanz viel warmen und kalten Wasser, dann geht man in ein Dampfbad (das eigentliche Hamam). Nachdem man sich so aufgeweicht hat wird man von einem kräftigen Herren oder eine korpulenten Dame ordentlich abgeschrubbt, sodass sich mindestens die ersten beiden Hautschichten abpellen. Eingeseift, abgeduscht und trockengerubbelt geht man dann zur Massage. Sollte die Massage auf sich warten lassen gibt es im gemütlichen Vorraum noch Tee aufs Haus und nette Gesellschaft. Insgesamt eine positive Erfahrung!

Am letzten Abend mit unseren neuen Freunden haben wir unseren zukünftigen Chouchsurfing Gastgeber Leo (Mustafa) getroffen. Unsere Begleitung aus Constanza hatte nur ein verlängertes Wochenende um Istanbul kennenzulernen, doch mit Leo fing für uns das Abenteuer gerade erst richtig an!

2 Gedanken zu „Zeit zu beten! (05.11. – 08.11.2015)“

  1. Hallo , ihr Zwei , ich war wieder mit Begeisterung am Lesen . Die Bürstenmassage in der Sauna treibt mir jetzt noch Schauer über den Rücken , wenn ich an Günter denke. Ich glaube , da hätte sogar ein Elefant trompetet ! Alles Gute von Karin & Hannes

  2. Nach dem Zwischenprüfungstress war euer Bericht wunderschön zu lesen. Istanbul sieht wirklich sehr schön aus.
    Gehabt euch wohl!

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