Geschichten aus dem Orient (29.11. – 04.12.2015)

Es entfaltet sich vor unseren Augen eine Gesellschaft in der Frauen bevorzugt werden. Die Universität muss eine „Männerquote“ einführen, damit Männer überhaupt noch Plätze an der Universität bekommen. Wir hören romantische Geschichten über vom Himmel gefallene Sterne und wie man im Oman seine Traumfrau kennen lernt.

Nachdem wir uns Morgens von Numi verabschiedet hatten waren wir zum Mittagessen bei Mazin eingeladen. Mazin, der waschechte Omani, mit dem wir bereits zusammen nach Ras Al Hadd gefahren waren. Er ist 25 Jahre alt, hat gerade sein Studium an der Sultan Quabus Universität abgeschlossen und war gerade im Bewerbungsprozess für einen Traumjob. Er hat den Job natürlich bekommen.

Als wir sein Haus betraten ging Felix mit ihm in das rechte Wohnzimmer (ca 50qm) und Jana durfte zu seiner Schwester, der Mutter und einer Freundin ins linke weniger protzige aber dafür gemütlichere Wohnzimmer. Die Mädchen erklärten Jana, dass sie sich in der omanischen Gesellschaft sehr privilegiert fühlen, denn Mädchen werden immer mit sehr viel Respekt und bevorzugt behandelt. Um als Mann ein Mädchen kennen zu lernen muss man immer die gesamte Famile mit einbeziehen. Normalerweise erfolgt der erste Kontakt mit einem älteren Bruder oder den Eltern. Mann kann sich hier über die Schwester oder Tochter der Famile erkundigen und schließlich Interesse anmelden. Nun ist es an Ihr ihre Anforderungen an einen Mann aufzustellen. Dieser Anforderungskatalog wird nun von den Eltern oder Älteren Brüdern überprüft und wenn alles erfüllt wird kann es zu einem ersten Treffen der beiden im privaten Wohnzimmer der Familie kommen. Vom ersten Treffen bis zur Verlobung vergehen dann in der Regel vier weitere Monate. Das unterscheidet sich schon sehr von unseren Gepflogenheiten, sich erst auf Parties unter Einfluss von Alkohol anzunähern und später den Eltern zu erzählen, „Übrigens, das ist mein Freund!“. Die Männer haben untereinander eine ganze Reihe von Protokollen wie man sich Gästen gegenüber und auch als Gast verhält.

Es stand ein langes Wochenende vor der Tür, Aufgrund des Nationalfeiertages war nicht nur die ganze Stadt in den Nationalfarben und mit Bildern des Sultans geschmückt, sondern alle hatten schon ab Mittwoch Wochenende. Genau dieses Wochenende hatten wir uns für unseren vulminanten Roadtrip durch den Oman ausgesucht. Damit auch alles glatt läuft und wir optimal fürs Camping ausgestattet sind, haben wir zwei Organisationstage bei einer erfahrenen Couchsurferin verbracht. Cathy hat uns wie selbstverständlich den Schlüssel zu ihrer Wohnung gegeben und war tagsüber bei ihrer Arbeit als Lehrerin.

Durch Mazin haben wir Kontakt zu Ellen, einer anderen Deutschen, bekommen. Sie reiste gelegentlich allein und suchte noch Menschen, die mit ihr in die Wüste fahren. Wir suchten noch Jemanden der uns mit seinem Allradauto in die Wüste fährt. Eine glatte Win-Win-Situation also! Wir haben sie und den ungarischen Tramper Jabber, den sie mitgenommen hatte, beim Bimma Sinkhole getroffen. Die Legende um dieses RIESIGE Loch erzählt, dass ein Stern vom Himmel fiel und verbrannte. Tatsächlich wurden etliche Sedimentschichten vom Meer unterspühlt und die verbleibende Erde ist in sich zusammengekracht. Wir haben uns natürlich getraut und sind reingstiegen um zu schwimmen und zu tauchen. Felix hat dann in vielleicht 8 Metern Tiefe einen Turnschuh entdeckt, den er als Herausforderung verstand. Bei zu großer Annäherung wurde es allerdings extrem heiß! Jana ist dann nochmal runtergetaucht und hat festgestellt, dass direkt neben dem Schuh heißes Wasser aus dem Boden schießt. Das Tauchen nach dem Schuh wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Als nächstes stand der viel angepriesene Wadi Shab auf dem Program. Wie bereits im letzten Artikel erklärt ist ein Wadi ein ausgetrocknetes Flussbett. Dieses hier mussten wir, im Gegensatz zum Wadi Bani Khalid, eine ganze Weile hochlaufen. Aber dann wurden alle Versprechungen wahr gemacht; ein wunderschöner Falaj mit Wasserfall, ein Pfad den Berg hinauf mit fantastischer Aussicht auf ein Paradies aus Palmen und Seen, etliche kleine Pools zum drin schwimmen und am Ende eine Grotte mit Wasserfall in die man hineintaucht. Auf dem Rückweg von der Grotte sind uns etliche erwachsene Männer begegnet, bis zum Hals im Wasser, sie wollten zur Grotte laufen, da sie nicht schwimmen konnten. Wir mussten sie leider enttäuschen, die Grotte ist nur schwimmend erreichbar. Langsam wurden wir auch ordentlich hungrig. Gekocht haben wir dann in Ellens Hotelzimmer in Sur, wo wir Mubarack kennengelernt haben. Er war so ziemlich der hilfbereiteste Mensch auf der ganzen Welt und hat uns nach dem Essen noch einen perfekten Campingspot nahe Sur gezeigt. Von unserem Zelt aus am Strand in Sur haben wir Sterne gesehen und sind am nächsten morgen Schnorcheln gegangen. Es gab nicht viel zu sehen, aber wir machten erste Bekanntschaft mit den kleinen nervigen Feuerquallen. Während man so schwimmt fühlt es sich plötzlich an als hätte man sich in ein Brennesselfeld gelegt, dann ist man in einem Feuerquallenschwarm gelandet. Die Viecher sind winzig, kaum zu sehen. An empfindlicheren Hautstellen sieht man die Spuren noch ein bis zwei Tage. Am Nachmittag haben wir uns bei der Werft in Sur wieder mit Mubarak, Elli und Jabber getroffen. Hier werden Traditionelle Holzboote gebaut. Die einzigen Kunden heutzutage sind d er Sultan und andere Superreiche, die sich das Teil im wesentlichen als Dekoartikel/Statussymbol kaufen. Direkt neben der Werft liegt Mubaraks Boot und wir fahren ein Stück bis wir an einem einsamen Schnorchlerparadis ein wunderschönes Korallenriff erkunden. Felix hat eine gelbe Moräne beobachten können und Jana sah eine der Suppenschildkröten schwimmen. Abends hat Mubarak, dessen Spitzname auch Mumu ist, noch in ein Restaurant auf Hai, Schwertfisch, Fritierten Fisch, rosa mag, und Reis eingeladen.

2 Gedanken zu „Geschichten aus dem Orient (29.11. – 04.12.2015)“

  1. Salaams and Hi to Flix and Jana *_*,

    I hope you are doing very very well!

    Oh! I do not understand German language.. But I notice you mentioned my name, hopefully you wrote something good about me haha *_^ .
    I liked Wadi Shap pictures, really I missed !

    Mazin

    1. Salaam Mazin,

      Japp we wrote about you and our Turtle advanture with you. And we mentioned the fact that you are really always praying on time. Currently we are in India and enjoyed the Taj Mahal and now we are in Jaipour

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