Ab in die Wüste! (05.12. – 10.12.2015)

Wir fahren mit Ellens Allradauto in die Wüste und betrachten das Wunder der Natur im Schildkrötenreservat Ras Al Jinz. Vom besten Schnorchelspot an der Küste geht es ins Landesinnere auf den höchsten Berg des Oman. Und ob wir dann wieder sicher nach Hause kommen entscheidet nur der gesunde Menschenverstand.

Unser Trip mit Elli in die Wüste steht an. Jabber ist schon wieder auf dem Heimweg und wir decken uns mit Vorräten und Feuerholz ein. Wir müssen Luft aus den Reifen lassen um im Wüstensand nicht stecken zu bleiben. An der Luftpumpe der Tankstelle am Wüsteneingang ist eine lange Schlange. Vor uns in der Schlange natürlich ein deutsches Pärchen (Felix & Miriam), das genau wie wir zum letzten Wüstencamp „1000 Nights“ will. Miriam und Felix fahren also sicher vorneweg bis wir beschließen das ein bisschen schneller durch die Wüste fahren auch ein bisschen mehr Spaß macht und wir sie mit wehenden Fahnen und lauter Musik überholen. Die Ausschilderung zum Camp ist größtenteils Idiotensicher.

Da waren wir also am Ende unserer Fahrt mitten in der staubtrockenen, ultraheißen Wüste und waren auf eine Nacht als Selbsversorger mit Grill, Lagerfeuer und Zelt eingestellt. Und dann… hatten Jana und Ellen den Swimmingpool entdeckt… Kein Scherz! Das 1000 Nights Camp hat seinen eigenen Swimmingpool mitten in der Wüste. Obwohl sie im Internet als ausgebucht galten, hat uns der Rezeptionist sogar noch Schlafplätze mit Dusche und Toilette anbieten können. Da konnte Jana, Felix doch tatsächlich überzeugen sich den Luxus mal zu gönnen. Grillen und Lagerfeuer haben wir dann natürlich trotzdem gemacht, aber wir haben zusätzlich noch mit unseren neuen Freunden den Sonnenuntergang und Sternschnuppen beobachtet. Im Camp gab es Snowboards und Schlitten, mit denen man die Dünen heruntersausen konnte. Es ist unglaublich wie anstrengend es sein kann eine Düne hinaufzuklettern. Das Buffet zum Abendessen, umfasste so ziemlich alle Spezialitäten des Omans und wurde von tanzenden und singenden Beduinen untermalt. Großes Highlight nach dem Kamel gucken am nächsten Morgen war dann tatsächlich der Pool an dem wir noch bis drei Uhr Nachmittags rumgefaulenzt haben. Mit gratis Datteln und Tee so viel wir wollten.

Ellen hat uns dann wieder mit nach Sur genommen, wo wir uns voneinander verabschiedet haben. Für uns ging es noch am selben Abend weiter ins Schildkrötenreservat Ras-al-Jinz. Wie immer hatten wir unglaubliches Glück, da wir uns einfach einer Besichtigungsgruppe anschließen konnten, die wir im Wüstencamp kennengelernt hatten, ansonsten hätten wir am nächsten Tag wiederkommen müssen. So konnten wir eine große grüne Meeresschildkröte beim Eierlegen beobachten und leuchtendes Plankton entdecken. Dannach haben wir in Ras-al-Hadd gecampt, wo wir auch schon mit Mazin waren.

Am nächsten Morgen erwarteten uns gleich zwei Überraschungen. Die erste war, dass wir wohl unabsichtlich den besten Schnorchelspot im Oman gefunden hatten. Die Bucht am Schildkrötenreservat Ras-al-Hadd war ziemlich flach und konnte mit einem riesigen Korallenriff aufwarten. Unzählige bunte Fischschwärme, Krabben, Schnecken und Seeigel waren hier zu entdecken. Es hat sich sogar eine tellergroße Schildkröte in den Korallen versteckt. Als wir noch ein bisschen weiter rausgeschwommen sind, haben wir beim Tauchen sogar eine ganz große Schildkröte gefunden, die Felix gestreichelt hat, bevor sie weggeschwommen ist. Dann hat Jana einen ziemlich großen, böse aussehenden Fisch gesehen und wir sind lieber wieder in Richtung Strand geschwommen. Dort wartete auch schon die zweite Überraschung auf uns! Die Welt ist klein und der Oman noch viel kleiner. Ellen und Mubarak hatten an diesem Vormittag beschlossen in genau derselben Bucht Schnorcheln zu gehen und so hatten wir noch ein gemeinsames Mittagessen und Volleyballmatch. Jetzt hatten wir aber auch mal genug vom Strand, gut dass der Oman noch mehr zu bieten hat, Berge!

Die bekanntesten Ziele wenn man im Oman hoch hinaus möchte sind der Jebel Shams „der Sonnenberg“ und der Jebel Achtar „der grüne Berg“. Für den Jebel Achtar fehlte uns der benötigte Vier-Rad-Antrieb, daher gings zum höchsten Berg im Oman, dem Jebel Shams. Der Sonnenberg hält was er verspricht, links und rechts atemberaubende Aussichten und am Ende eine Schlucht die der „Grand Canyon des Oman“ genannt wird. Vom oberen Ende der Schlucht führt ein Trampelpfad hinab, für den man sich allerdings ca. 4-5 Stunden Zeit nehmen sollte.

Wir waren nun in Bahla, weit im Landesinneren bei Al Hamra, hier haben wir endlich mal Mischkak probiert. Mischkak sind Fleischspieße mit einer sehr sauren Soße. Im selben Restaurant haben wir auch zum ersten mal einen Tandori Ofen gesehen; eine Lehmtonne in der ein Feuer brennt und dünne Teigfladen werden zum Backen einfach an die Innenseite der Tonne geklebt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel Bahla haben wir uns noch einmal zum Nizwa Fort begeben. Wir waren hier schon einmal mit Mazin, allerdings Nachmittags, als alle Geschäfte geschlossen waren. Dieses mal konnten wir in die große Markthalle und noch ein bisschen Halva kaufen. Halva im Oman ist etwas ganz anders als Halva in der Türkei. Das Halva im Oman ist ein relativ fester süser Schleim in verschiedenen Geschmacksrichtungen; z.B. Feige, Ingwer, Safran oder Rosen. Es ähnelt geschmacklich eher dem Türkischen Honig (türkisch: Lokum). Jana war immer noch sehr traurig, da wir Ihr Skizzenbuch vor einigen Tagen verloren hatten. Wir haben hier Ersatz gekauft und anschließend einen riesigen Becher Früchtepürree zum Trost verspeist.

Jetzt wollten wir aber los nach Rustaq, wo sich die bekannteste heisen Quelle im Oman befindet. Google hatte uns eine recht kurze Verbindung über einen Bergpass herausgesucht, so mussten wir nicht den riesen Umweg um das ganze Gebirge herum nehmen. Als wir auf dem höchsten Punkt des Bergpasses angekommen waren, stellten wir fest, dass hier kein Weiterkommen ist. Vor uns lag eine schmale Straße, direkt am Abgrund, unbefestigt und in der Ferne sahen und hörten wir wie ein Jeep sich langsam eine Steigung hinauf quälte. Plötzlich packte uns der gesunde Menschenverstand und wir genossen die Aussicht hier oben, machten kehrt und fuhren auf direktem Weg nach Muscat um zu unserer tollen Gastgeberin Cathy zu kommen. Noch am Abend treffen wir Mazin zum letzten mal um uns noch ordentlich von ihm zu verabschieden. Er erzählt uns, dass der Bergpass auf dem wir waren, der Jebal Hadd war, ebenfalls eine der schönsten Aussichten im Oman. Nun waren wir nicht mehr so enttäuscht, dass wir Rustaq nicht erreichen konnten. Mazin hatte noch ein Geschenk von seiner Schwester für Jana, es war ein Parfüm, Ohrringe und ein Armband.

An unserem letzten Tag in Muscat wollen wir noch ein Ziel ganz in der Nähe von Muscat besuchen. Der wunderschöne Strand von Yiti, hier soll man auch schnorcheln können. Zunächst finden wir einen wirklich schönen weißen Strand umringt von großen Felsen; es ist romantisch. Aber Schnorcheln ist hier eher nicht, da die Wellen hoch und die Unterwasserströmung ziemlich stark zu sein scheint. Nach kurzem Rumfragen finden wir dann auch den nahegelegenen Schnorchelspot, der etwas weniger spektakulär ist als die bisher gesehenen aber auch schön. Wir folgen auf dem Heimweg noch ein bisschen der Küstenstraße und entdecken immer wieder schöne Lagunen und Strände aber auch riesige Baustellen, die eine ganze natürliche Lagune in ein Resorthotel verwandeln. Abends verfassen wir noch einen ausführlichen Artikel für Cathis Gästebuch. Cathis Gästebuch soll vor allem nützliche Insidertipps für andere Reisende, die bei Cathi übernachten enthalten. Wir beschreiben ausführlich die Schnorchelspots, die wir gefunden haben und hoffen, dass weitere Reisende die wirklich leicht zugänglichen Korallenriffe zu schätzen wissen.