Pokhara, ein Paradis auf Erden (02.01. – 06.01.2016)

Pokhara ist bekannt dafür der schönste Ort in Nepal zu sein. Da wir den ursprünglich geplanten Annapurna Rundtrek ausfallen lassen, schauen wir uns einfach 3 Tage lang die Berge ganz gemütlich vom Seeufer aus an.

Am Tag unserer Ankunft ist das Panorama der Berge überwältigend. Pokhara liegt direkt an einem wunderschönen großen See. Im Hintergrund sieht man neben dem markanten Fischschwanzberg (Matcha Puchre) mehrere Berge von über 7000 metern Höhe. Am Ufer genießen wir einen Abendspaziergang und treffen dabei auf unsere Lieblingsfranzosen aus dem Happily Ever After Hostel! Ein paar Runden Tarot, ein paar Scherze und einige Milchtee später gehts zurück zum Hotel.

Am nächsten Morgen mieten wir uns ein Fahrrad für den Tag und fahren einfach immer am Ufer entlang. Die Leihfahrräder sind in überraschend gutem Zustand. Uns wurde erzählt, dass es leider keine Straße gibt auf der man den See ganz umrunden kann. Wir fahren also weiter geradeaus und kommen so durch viele kleinere Dörfer die ebenfalls am See liegen. Die Straßen sind größtenteils furchtbare Schotterpisten und die Dorfkinder haben nichts besseres zu tun, als jeden Touristen der vorbeikommt zu fragen ob sie mal sein Fahrrad ausprobieren dürfen. Wir haben Zeit, also lassen wir eine Gruppe Mädchen eine Weile mit den Fahrrädern üben. Es sieht so aus als wären sie tatsächlich das erste Mal auf einem Fahrrad. Im Gegensatz dazu sind die Jungs vom Nachbardorf schon im Training und können von einem Straßenende zum anderen flitzen.
In Pokhara gibt es über 40 verschiedene Anbieter für Paragliding, jeder hat im Durchschnitt 6 Piloten. Wir wollen auch einmal fliegen und begeben uns auf die Jagd nach dem besten Preis. Der „Festpreis“ für Touristen ist 8500 nepalesische Rupien. Drei Shops und einige harte Verhandlungsrunden später bekommen wir unseren Paragliding Flug für 6500 Rupien (ca. 60 €).

Auf unserem Weg zum Paragliding werden wir plötzlich von der Seite angequatscht. Die Welt ist nur ein Dorf. Von unserem Hotel aus zwei Häuser weiter sind Thomas und Filip, die wir ebenfalls aus unserer Zeit im Happily Ever After Hostel kennen. Eine nette Überraschung, aber jetzt erstmal ab in die Luft! Es geht mit einem kleinen Taxi einen Berg hoch, für den die Omanis unbedingt einen Vierradantrieb empfohlen hätten. Die letzten paar Meter zu Fuß und schon stehen wir am Startpunkt. Mit klopfendem Herzen genießen wir die Aussicht. Wie ist Paragliding denn so? Ab in den Schirm um es rauszufinden. Dann ein Anlauf und schon sitzt man gemütlich und gleitet wie schwerelos durch die Lüfte. Sorgen machen muss man sich keine, gelenkt wird von dem Guide der hinter einem sitzt. Paragliding ist einfach nur unbeschreiblich schön. Wir fliegen dahin und genießen das wunderbare Panorama. Ein großer Adler fliegt direkt vor uns seine Kreise und nutzt dieselben Luftströme wie wir um sich höher und höher zu schrauben. Wir folgen ihm, bis auch wir hoch über allen Hügeln schweben. Am Ende des Fluges geht es über den See. Um für die Landung schnell an Höhe zu verlieren gibt es ein bisschen Akrobatik zum Schluss. In engen Schrauben nähern wir uns mit atemberaubender Geschwindigkeit der Wasseroberfläche, nur um in genau dem richtigen Moment wieder in die Horizontale zu gehen und sanft zu landen.

German Bakery Geschäfte versprechen hier in der Ferne ein Stück Heimat. Wir probieren einige dieser Shops systematisch durch. Aber Fehlanzeige! Leider machen die Bäcker hier irgendwas falsch und jedes Gebäckstück schmeckt als wäre es eine Woche alt. Auf Nachfrage erfahren wir, dass sie wirklich nur alle vier Tage backen und heute erst Tag 2 ist.

Thomas und Filip laden uns am Abend noch auf eine Partie Schach ein und wollen mit uns am nächsten Morgen zusammen zur Weltfriedens-Pagode hochlaufen. Als wir uns ins Boot setzten um über den See zum Wanderpfad zu fahren ist es noch dunkel. Wir wollen den Sonnenaufgang auf dem See erleben. Thomas und Filip konnten sich aufgrund morgendlichen Unwohlseins nicht vor Sonnenaufgang aufraffen. Als wir am anderen Ufer an Land gehen gönnen wir uns erstmal einen Milchtee und beobachten die wilden Affenhorden in den Bäumen.

Die Weltfriedenpagode ist ein buddhistisches Denkmal und wurde von der japanischen Regierung gestiftet. Sie scheint auch ein beliebter Flitterwochentrip zu sein, da wir mehrere frisch verheiratete nepalesische Pärchen treffen. Die Pagode erstrahlt in schönstem weiß und im Gebüsch drum herum schillern bunte Vögel.

Wir folgen dem Pfad der uns auf der anderen Seite des Hügels wieder herunter zur Mahadev Höhle und dem Davis Wasserfall.

Wir besorgen uns Bustickets zur indischen Grenze für morgen früh um Sieben. Der Rest des Abends wird mit Thomas, Filip und Kartenspielen verbracht. Falls Jemand immer noch nicht überzeugt ist, dass Pokhara ein ziemlich kleines Nest ist: Am Morgen auf dem Weg zum Bus treffen wir zwei der Fanzosen, Giom und Joe, wieder. Bei einem Milchtee lassen wir uns in letzter Minute noch davon überzeugen, dass unsere erste Station in Indien nicht Agra (Taj Mahal) sondern Varanasi ist.

Ein Gedanke zu „Pokhara, ein Paradis auf Erden (02.01. – 06.01.2016)“

  1. Hallo , ihr Zwei , heute den Bericht gelesen über das Paradies auf Erden u. die tollen Bilder dazu . Herrlich ! Die Reise nach Indien ist ja wieder sehr erlebnisreich u. voller Überraschungen gewesen – aber anders macht es bestimmt nicht sooo viel Spaß ! Weiterhin so nette Leute u. beste Gesundheit ! Karin & Hannes

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