Udaipur und 9 Stunden Mumbai (19.01. – 23.01.2016)

Udaipur ist die Stadt der Seen und der Meenakari Kunst. Wir umrunden sie mit dem Motorrad und schauen uns die tolle Steinpudermalerei an. Dannach werden wir in Mumbai herzlich aufgenommen. Eine Blitzsightseeingtour später geht es wieder in den Schlafzug.

Schon in Jaipur war Felix unheimlich fasziniert von der Meenakari Kunst. Bei Meenakari wird Metall, in unserem Fall Silber, graviert und anschließend die Vertiefungen mit Farbe gefüllt. So entstehen wunderschöne Enmailliebilder oder -muster auf den Schmuckstücken. Besonders hatte Felix es auf die Manschettenknöpfe abgesehen, die leider zurzeit etwas aus der Mode sind. Schließlich finden wir noch einen seriösen Händler, der uns anbietet jedes beliebige Design als Meenakari innerhalb von 10 Tagen liefern zu können. Die ganze Meenakari Kunst die wir bisher gesehen haben, wird in einem kleinen Dorf in der Nähe von Udaipur hergestellt. Da 10 Tage etwas zu lange ist kaufen wir ein paar schicke Meenakari Silberknöpfe und lassen ein Paar davon zu Manschettenknöpfen umarbeiten. Aber auch hier ist wieder Vorsicht geboten, alle gekauften Gegenstände werden natürlich im Metaltestlabor untersucht und wieder geben wir eine Silberkette zurück, da sie Cadmium enthält.

Am zweiten Tag wollen wir auch mal etwas von der Natur sehen; die Juweliere kennen wir jetzt schon wieder alle. Wir versuchen ein Fahrrad zu leihen um um den See herum zu fahren, jedoch gibt es nur geführte Radtouren für 2000 Rupien oder absolute Schrottfahräder für 100 Rupien. Schließlich bekommen wir privat ein gutes Motorrad für nur 500 Rupien. Auf unserer Fahrt durch die Natur bewundern wir wilde Pferde, verschiedene Vögel und genießen ein paar mal einfach nur die schöne Aussicht. Müll findet man in Indien leider überall!

Am letzten Tag ruhen wir uns einfach nur auf der Dachterasse unseres Gasthauses aus und machen die Bekanntschaft mit Lue und Mary. Sie kommen aus Mellbourne in Australien und wollen ebenfalls in ein paar Tagen nach Goa. Wir werden uns dort wohl wiedertreffen. Am Abend kann Felix dann auch seine extra zu Manschettenknöpfen umgearbeiteten Meenakarisilberknöpfe abholen. Der Juwelier hatte gesagt, dass sie um 18Uhr fertig sind aber der Silberschmied hatte kurz vor 6 Uhr erst mit der Arbeit begonnen, so dass es eher 19 Uhr wird ehe der Silberschmied schließlich fertig ist; indische Zuverlässigkeit.

Mit dem Nachtzug geht es weiter nach Mumbai, natürlich in der AC 3 Klasse. Diese hat kaum mehr Komfort als die kostengünstigere Sleeper Klasse, jedoch trifft man hier Menschen mit denen man sich Unterhalten kann und mit denen man sich auch gerne unterhält. Alle Mitreisenden sammeln ihren Müll wieder ein und das Klo ist auch nach 8 Stunden Fahrt immer noch sauber; ganz im Gegensatz zur Sleeper Klasse, welche nach 3 Stunden Fahrt bereits eher einem Viehtransporter gleicht. Dieses mal genießen wir die Gesellschaft eines jungen Paares mit ihrem Kleinkind. Mit ihnen können wir uns prächtig über Kindererziehung austauschen. Bereits auf der Fahrt nach Udaipur haben wir sehr gute Erfahrungen mit unseren Mitfahrern gemacht. Zunächst wurden wir reichlich mit gutem selbstgemachten Essen versorgt und als Jana ihr Strickzeug ausgepackt hat, hatte sie die volle Aufmerksamkeit der indischen Hausfrauen. Diese haben ihr dann auch gleich noch eine etwas andere und einfachere Technik gezeigt mit der man genau das gleiche Ergebnis erhält; Stricken auf indisch.

Als wir in Mumbai ankommen erwartet uns auch schon Anil, ein Arbeitskollege von Felix‘ Vater. Wir haben 9 Stunden, bis unser nächster Zug nach Goa abfährt. Mit seinem Auto zeigt er uns in dieser Zeit ganz Mumbai! Wir fahren zu einem Nationalpark etwas außerhalb und besichtigen die Kanheri Höhlen. Es ist im wesentlichen eine verlassene Siedlung/Kloster komplett in die Felsen gehauen. Es gibt mehrere Wohnhölen, Waschplätze in Stein gehauen und auch Tempel und religiöse Stätten, ebenfalls komplett in den Stein geschlagen. Am Abend sind wir noch zum Essen bei Anil zuhause eingeladen und bewundern die Kunstwerke seiner erwachsenen Tochter. Bevor er uns dann pünktlich zum Bahnhof bringt fahren wir noch für ein schnelles Fotoshooting zu den wichtigsten Touristenattraktionen im Zentrum Mumbais. Wir sehen das Tor von Indien durch das die Engländer Indien betreten haben und die „Kette der Königin“ (Queens Necklace), die bei Nacht hell erleuchtete Bucht von Mumbai. Und schon sind wir auf dem Weg ins Strandparadies Anjuna in Goa.

2 Gedanken zu „Udaipur und 9 Stunden Mumbai (19.01. – 23.01.2016)“

  1. Hi , ihr Zwei , wieder tolle Erlebnisse ! Das Bild von Anil’s Tochter ist ja SUPER ! Was ist das für eine Technik , gemalt oder gestickt ? Weiterhin alles Gute von Karin & Hannes

    1. Das Bild besteht aus vielen einzenen Stücke Holzfurnier oder Stroh, das entsprechend zurechtgeschnitten und dann auf den Hintergrund aufgeklebt wurde.

Kommentare sind geschlossen.