Goa, Party, Palmen und Bier (24.01. – 03.02.2016)

Goa ist innerhalb Indiens wie auch weltweit bekannt als touristisch beliebte Strandregion. Wir fahren hier hin um mal wieder ein bisschen Party zu machen aber auch um Kevin, den wir in Kathmandu kennen gelernt hatten wieder zu treffen.

Auf der Zugfahrt erzählen uns ein paar junge Inder, dass sie mit ca. 70 Leuten zusammen an einen Strand nach Goa fahren um dort mal richtig zu feiern. Auch unser erstes Ziel in Goa ist ein Partyhostel. Partyhostels sind normalerweise etwas lauter aber auch geselliger. Aber bevor wir einchecken können verbringen wir erst einmal entspannt mehrere Stunden in der größten Hütte am Strand und bewundern einfach nur das bunte Treiben, gemeinsam mit einem netten jungen Pärchen aus Frankreich.

Direkt am zweiten Abend geht es dann auch schon richtig los. Man lernt die anderen Gäste des Hostels kennen, glüht ein wenig im Garten vor und auf gehts zur berühmt berüchtigten GOA-PARTY an den Strand. Entlang des gesamten Strandes gibt es kleine und große aus Bambus und Tuch und teilweise auch mit Metall konstruierte Hütten. In einigen kann man gemütlich sein Bier oder Cocktail trinken und auch ganz gut Essen, in anderen wird lautstark die für Goa typische minimalistische Tanzmusik gespielt. Die Deko besteht zu großen Teilen aus floureszierenden Farben und viel Schwarzlicht. Hier verlieren wir uns Stundenlang auf der Tanzfläche und genießen einfach nur die Musik direkt am Meer. Jeden Abend gibt es eine prächtige Feuershow und unsere ganze Gruppe aus dem Prison Hostel macht die Tanzfläche unsicher. Darunter auch vier Australierinnen die ganz ordentlich die Hüften schwingen. Lu, Mary, Shannon und Libby sind ziemlich abgedreht und finden uns anscheiend unheimlich toll. Wie eine Traube tanzen sie die ganze Zeit um uns rum und strahlen wie der Sonnenschein. Und während Mary doch eher eine zurückhaltende Natur besitzt, Libby richtig taff ist und Shannon was von einem einfältigem Blondchen hat, ist Lu komplett überschwänglich emotional. Es geht gegen drei Uhr morgens und wir alten Hasen wollen einen polnischen machen (uns unbemerkt von der Party schleichen). Bei einem leckeren Omlettstand legen wir ein Päuschen ein. Dann sehen wir Lu wie sie aufgelöst an dem kleinen Stand vorbeilaufen will und machen uns bemerkbar. Oh! Die Sonne geht wieder auf in ihrem Gesicht! Wie sie uns doch gesucht hat! Und plötzlich waren alle weg! Und es war doch so toll mit uns zu feiern! Wir fühlen uns geehrt von so viel überschwänglicher Zuneigung und gehen mit ihr zum Hostel zurück. Es ist inzwischen schon fast vier.
Tagsüber treffen wir einen recht sympathischen Reisenden aus der Schweiz mit dem wir uns ganz prächtig unterhalten und sind gespannt darauf von seinen weiteren Abenteuern zu lesen. Bella und Michelle war ein ebenfalls deutschsprachiges Pärchen, wobei Michelle aus Holland kam und noch etwas Schwierigkeiten hatte sich an das verrückte Nomadentum zu gewöhnen das seine Freundin schon voll adaptiert hat. Der Rezeptionist des Hostels nimmt seinen eigentlichen Job nicht wirklich ernst, aber hat ein lukrativen Nebenverdienst als Drogendealer für die Gäste des Hostels. Am Abend liefert er natürlich verspätet und in mießer Qualität MDMA für ein paar Leute. Wir beschließen heute mal nicht jeden Quatsch mit zu machen und bleiben Zuhause.
Felix hatte sich in der Hostel Community auch recht bald ziemlich beliebt gemacht. Denn er hatte zwar nicht wirklich das Bedürfniss sich mit den Leuten zu unterhalten, hat aber immer wenn ihm nach etwas gelüstet hat an alle gedacht. So gab es eine runde Kaffe, Chips in großen Tüten oder leckeren Lakritztee und ab und zu einen kleinen Joint für die Runde.

Wir haben immer noch das Ziel auf dieser Reise unseren Tauchschein zu machen und da wir nun nicht nach Sri Lanka kommen wo das eigentlich fest eingeplant war erkunden wir uns mal nach den Möglichkeiten einen Tauchschein in Goa zu machen. Die Bedingungen zum Tauchen sollen in Goa nicht optimal sein, aber es gibt 6 Tauchschulen und einen Tauchspot mit einem Wrack. Wir wollen uns selbst von der Tauchstelle überzeugen und lassen uns auf einem der Tauchboote mit hinausnehmen. Die Aussicht auf dem Weg zum Wrack ist schön, jedoch als wir ankommen und mit unserem Schnorchelequipment den Tauchplatz inspizieren wird uns klar, dass hier Tauchen absolut keinen Spass machen wird. Die Sichtweite unter Wasser ist extrem eingeschränkt, es gibt kaum bunte Fische, eigentlich sind da wirklich nur ein paar langweilige algenüberwuchterte Wrackteile. Und wenn man es genau bedenkt, woher der Dreck im Wasser hier stammt, nämlich aus den Flüssen, in denen die Inder ihren gesammten Müll entsorgen mag man auch gar nicht wirklich ins Wasser gehen. Die Australier in unserem Hostel überzeugen uns davon, dass wir unseren Tauchschein lieber im Great Barrier Reef machen möchten. Außerdem ist der Preis für eine Tauchausbildung im Great Barrier Reef der selbe wie für die Tauchausbildung in dieser Brühe hier.

In Goa gibt es unzählig viele Strände, jeder Strand ist anders und hat einen etwas anderen Charakter. Wir interressieren uns vor allem für paradisische menschenleere Strände. Davon soll es wohl einige wenige geben. Der einzige andere Strand außer dem von Anjuna, den wir sehen ist der direkt benachbarte Baga Strandabschnitt, welcher völlig überbevölkert ist – überwiegend Russen. Aber dort treffen wir auch einen Althippi aus Deutschland, der hier regelmäßig als Bademeister arbeitet und Leben rettet. Felix lernt einige Jongliertricks von ihm und wir spielen eine Runde Bodscha, natürlich unter den neugierigen Blicken einiger junger Inder. Anschließend beschließen wir, dass unser Strand in Anjuna vermutlich der schönste im Umkreis von 10 km ist und bleiben einfach dort.

Wir sind allerdings nicht nur für den schönen Strand und die tollen Partys nach Goa gekommen. Ein anderes Ziel ist es Kevin mit dem wir Weihachten und Silvester in Kathmandu gefeiert haben wiederzutreffen und seine Freundin Luisa kennenzulernen. Er kommt mit Luisa, seiner Freudin, und deren Eltern von einem Drei-Tage-Trip nach Hampi zurück und wir erwarten sie schon im Anjunapalms Gasthaus in das wir umgezogen sind. Hier ist es viel entspannter, um nicht zu sagen tiefenentspannt. Da der Ausflug für Kevin und Luisa anstrengend war wird in den nächsten Tagen nichts anderes gemacht als ausgeruht, sich unterhalten und schöne Restaurants mit westlichem Essen aufgesucht. Das tägliche Highlight war der Versuch rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Strand zu sein. Empfehlen können wir das „Tantra Shacks and Huts“ und den „Buddha Tree“. Immer wieder getroffen haben wir Christoph, den alten französischen Lustmolch und das Vater-Sohn Gespann Joseph und David. Unser geplanter Ausflug mit dem Scooter zum Paradies Strand fällt leider aus, da genau am Morgen als wir los wollen sowohl Luisa als auch Jana unter kräftigem Durchfall leiden. Felix, der sonst wirklich jeden Straßenimbiss mitnimmt, hat sich am letzten Tag auch einmal den Magen im feinen Italienischen Restaurant verdorben.

2 Gedanken zu „Goa, Party, Palmen und Bier (24.01. – 03.02.2016)“

  1. Hallo Jana und Felix
    Eure Räder aus Rumänien sind nun wieder bei uns.
    Grüße Mutti und Vati

  2. Ist ja Wahnsinn mit den Bedingungen für den Tauchschein ! Ich glaube , das nächste Formular wäre das Testament zu Gunsten der Tauchschule gewesen ! Bericht & Bilder wieder ganz toll ! Weiterhin toi , toi , toi Karin u. Hannes

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